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KREIS

Zahnarzt spendet Klinik für Ladakh

 

 

Esslinger Zeitung 13.02.2016

 

NEUHAUSEN/CHOGLAMSAR: Rainer Roos behandelt seit 2000 in seinem Sommerurlaub Patienten in der indischen Himalaya-Region

 

Von Klaus Harter

 

 

Ladakh, die nördlichste Region von Indien hoch oben im Himalaya, ist seit ein paar Jahren ein beliebtes Ziel von Rucksacktouristen, Wanderern und Kletterern. Rainer Roos, Zahnarzt in Neuhausen, hatte diese Gebirgsregion schon länger entdeckt. Im Jahr 2000 reiste er erstmals dorthin und verbringt seither seinen Sommerurlaub dort - um das zu tun, was er das ganze Jahr über macht: kranke Zähne behandeln. Allerdings nicht auf Krankenschein oder private Rechnung, sondern ehrenamtlich. Nun spendet er der armen und dünn besiedelten Region eine kleine, modern ausgestattete Zahnklinik.

 

In der Fabrikhalle, die Rainer Roos als Lager nutzt, stehen jede Menge Einrichtungsgegenstände. „Es sieht ein bisschen gerümpelhaft aus, aber alles hat seinen Sinn und seine Ordnung“, sagt er schmunzelnd. Zusammen mit seiner Frau Ulrike, seinem tibetischen Kollegen Kunsang Dechen, der ein paar Wochen in Deutschland weilt, und Handwerkern bereitet er den Transport nach Indien vor. Kunsang Dechen wird die Klinik betreiben. Das Grundstück dafür erwarb Roos gegenüber dem Sommersitz des Dalai Lama. Dieser wird die Klinik Ende August einweihen, kündigt Rainer Roos an.

 

Im Mahabodi-Center, dem von einem buddhistischen Mönch aufgebauten Hilfszentrum in der Nähe der Hauptstadt Leh, richtete der Zahnarzt vor Jahren auf eigene Rechnung eine Praxis ein.

Inzwischen sind dort in den Sommermonaten auch andere deutsche Zahnärzte tätig. Die Praxis

„funktioniert mehr schlecht als recht“, sagt Rainer Roos. Sie ist maximal ein halbes Jahr besetzt. Das Gebäude hat keine Heizung, im Winter ist es tagsüber nicht wärmer als ein paar Grad über Null. Es ist auch schwierig, die Wasser- und Stromversorgung sowie die Abwasserbeseitigung

 

 

 

 

sicherzustellen. Rainer Roos selbst fährt seit ein paar Jahren mit einer mobilen Behandlungseinheit in entlegene Gebiete, um die Menschen auf einer Höhe zwischen 3500 und 4500 Metern zu behandeln. Sein Ziel ist es aber, eine ganzjährige Versorgung zu gewährleisten. Vor vier bis fünf Jahren beschloss er, eine Klinik zu bauen.

 

Viel Zeit und Geld investiert

 

Für sein Engagement in Ladakh erhielt Rainer Roos bereits 2011 den „Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg“, den die Caritas, die Diakonie und das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft verleihen. Die Kosten für seine Klinik beziffert er auf 250 000 Euro. Er hat zahlreiche Partner und Sponsoren gefunden, dennoch investiert er sehr viel Geld - und Zeit: „Jeden Tag ist man ein paar Stunden mit dem Projekt beschäftigt.“ In der Sendung „weltweit“, die Sonntagnachmittag im SWR 3 ausgestrahlt wird, gab er vor ein paar Jahren ein Interview. Daraufhin meldeten sich viele Interessenten, die bei dem Projekt mitmachen wollten.

 

In Ladakh gibt es nur etwa ein Dutzend Zahnärzte, weiß Rainer Roos. Ihre Behandlung beschränkt sich auf einfache Füllungen und Zähne ziehen. Das soll Kunsang Dechen in der neuen Klinik ändern. Er ist Rainer Roos dankbar, dass dieser ihm dreimal ermöglicht hat, zur Fortbildung nach Deutschland zu kommen. Ihre Freundschaft „hat mein Leben verändert.“ Aufgewachsen ist er nach der Flucht in einem SOS-Kinderdorf, dort praktizierte er später jahrelang als Zahnarzt. Seine Tochter wird voraussichtlich in Deutschland Zahnmedizin studieren und anschließend die Klinik übernehmen. Dort erhalten die Patienten sogar Implantate und Prothesen. Dafür werden optische Abdrücke angefertigt, per Mail verschickt und dann werden irgendwo auf der Welt in einem Labor Kronen, Brücken oder andere Prothesen angefertigt.

 

In der Stadt in Choglamsar hat Rainer Roos den Rohbau in Form eines Betongerüsts bauen lassen. In diese Konstruktion werden Holzmodule gesetzt, die von der Instant-Home-Foundation in Reutlingen, deren Vorsitzender der Architekt Frank Prochiner ist, zusammen mit der Firma Vöhringer in Trochtelfingen entwickelt worden sind. Die Firma sponserte auch diese Holzpaneele. Prochiner und sein international tätiges Architektenteam haben auch die gesamte Klinik geplant. Die Module können mit einem einfachen Stecksystem zusammengefügt werden, die Wände sind gut isoliert. Die Klinik beherbergt zwei Behandlungszimmern, ein Röntgenzimmer (die Ausstattung wurde gespendet), einen zahntechnischen Arbeitsplatz und eine Wohnung für den Zahnarzt und sein Team. Das Gebäude ist so konstruiert, dass bei Bedarf ein weiteres Stockwerk draufgesetzt werden kann. Beheizt wird es mit Kohle. Ein Generator garantiert eine stabile Stromversorgung. Für die Wasserversorgung wurde ein Brunnen gebohrt. Im März wird die Klinik in Container verladen und in die indische Hauptstadt Delhi transportiert und dort auf kleine Lastwagen verladen, die gut über die hohen Gebirgspässe kommen. Ein deutsches Team aus Handwerkern und anderen Fachleuten wird sie ab Ende Juli aufbauen.

 

wwww.klinik-ladakh.de

 

 

DÜNN BESIEDELTE HOCHGEBIRGSREGION                                                                                 

 

Der Dalai Lama hat seinen Sommersitz in Ladakh. Die Region im Bundesstaat Jammu Kashmir ist buddistisch geprägt, zahlreiche Tibeter sind über die Grenze dorthin geflüchtet. Die Flüchtlinge machen etwa ein Drittel der Bevölkerung aus. Deshalb sowie wegen der Schönheit der Landschaft und der Kultur wird die nördlichste indische Region auch als Klein-Tibet bezeichnet.

 

Ladakh ist eine Hochgebirgsregion, deren Täler auf etwa 3000 Metern Höhe liegen, die Berge sind bis zu über 7000 Meter hoch. Mit einer Fläche von 59 146 Quadratkilometern ist Ladahk deutlich größer als Baden-Württemberg (35 752 Quadratkilometer), hat aber nur 290 000 Einwohner. Diese Zahl ergab der Zensus von 2001. Das sind nur fünf Einwohner pro Quadratkilometer. Die Hauptstadt ist Leh.

 

Das Klima ist sehr trocken, im Sommer regnet es kaum. Daher gleicht ein Großteil von Ladahk einer Wüste. Die Winter sind für eine solche Hochgebirgsregion nicht sehr schneereich, aber kalt. Die Temperaturen sinken bis minus 30 Grad. Im Sommer kann es tagsüber sehr warm werden bis zu 30 Grad.Landwirtschaft wird vor allem auf bewässerten Flächen betrieben. Der größte Fluss in Ladakh ist der Oberlauf des Indus.

 

 

 

 

Touristen sind in der von viel Militär bewachten Grenzregion zu China erst seit 1974 zugelassen. Ein beliebtes Reiseziel ist Ladakh aber erst vor wenigen Jahren geworden. Die Reisezeit beginnt im Mai/Juni und dauert bis September/Oktober, Hauptsaison ist im Juli und August. Nicht nur die Natur ist eine Reise wert, auch kulturell hat Ladakh einiges zu bieten, besonders die Jahrhundertealten buddhistischen Klöster. Der Tourismus wird zunehmend zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Bevölkerung.

 

13.02.2016

 

 

 

 

 

 

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KREIS

Zahnklinik für das „Land der hohen Pässe“

 

 

Esslinger Zeitung 27.09.2016

 

NEUHAUSEN: Das Hilfsprojekt von Zahnarzt Rainer Roos wird vom Dalai Lama unterstützt - Weitere Spenden werden gebraucht

 

Von Elisabeth Maier

 

 

Die Begegnung mit dem Dalai Lama im nordindischen Ladakh hat den Zahnarzt Rainer Roos aus Neuhausen tief berührt. „Seine Teachings hält er vor 120 000 Menschen und mehr“, sagt Roos, der seit dem Jahr 2000 mit seiner Frau Ulrike in die Region kommt. In dem ehemaligen Königreich, das von Gebirgspässen zerklüftet ist, leben tibetische Flüchtlinge. Für sie baut der Zahnarzt aus Neuhausen eine Klinik, die das ganze Jahr betrieben werden kann. „Im jetzigen Provisorium sind Behandlungen nur im Sommer möglich.“ Für sein Projekt bekommt er sogar prominente Hilfe. Denn nun, nach 16 Jahren, haben Roos und sein Bauteam im August eine Audienz bei dem charismatischen Oberhaupt der Tibeter bekommen. Und der bescheidene Schwabe strahlt, wenn er von dieser besonderen Begegnung spricht. „Der Dalai Lama will uns beim Bau der Klinik in Choglamsar unterstützen.“ Die Hilfe kann er brauchen, denn in dem Land sind Beziehungen alles.

Nicht nur deshalb gestaltet sich der Bau sehr schwierig.

 

Die Zahnklinik wird neben dem Palast des 14. Dalai Lama gebaut, der 1959 wie viele seiner Landsleute aus Tibet fliehen musste. Ein Rohbau steht bereits. Im Frühjahr 2017 wird die Holzkonstruktion samt technischer Ausrüstung in Container verladen und nach Indien transportiert. Mit einem Team von Handwerkern und anderen Fachleuten wollen Roos und seine Mitstreiter die Arbeiten im August 2017 in drei Wochen stemmen.

 

Seine neue Klinik beinhaltet neben einer Praxis mit zwei Behandlungsstühlen, einem Labor und einem modernen Hygienebereich auch eine kleine Wohnung für den Zahnarzt und für Patienten, die beobachtet werden müssen. Da es auf dem Gelände bislang noch keine autarke Versorgung für

 

Strom, Wasser, Abwasser, Heizung, Telefon und Internet gibt, sind die Arbeiten aufwendig. Mit seiner Ladakh Medical Aid gGmbh will er „nachhaltige Hilfe“ leisten.

 

Die Möglichkeiten fehlen

 

Roos arbeitet in Ladakh eng mit dem Dentisten Kunsang Dechen zusammen. Er wird die Klinik in Ladakh übernehmen und mit einem vierköpfigen Team die Menschen dort versorgen. „Ein sehr hoher Prozentsatz leidet unter Hepatitis“, sagt Roos. Deshalb würden sie von indischen Zahnärzten oft nicht behandelt, weil die medizintechnischen und hygienischen Möglichkeiten fehlten. Das bedeutet für viele qualvolle Schmerzen. Für westliche Mediziner sei die Behandlung aber kein Problem. Deshalb wollen Roos und sein Team Entwicklungshilfe leisten. Sein Kollege aus Ladakh ist regelmäßig bei ihm in der Zahnarztpraxis in Neuhausen tätig, um medizinisch auf dem neuesten Stand zu bleiben - und Roos ist überzeugt: „Die Zusammenarbeit bringt auch mir viel.“

 

Was bewegt den engagierten Zahnmediziner, der jahrelang für die CDU im Gemeinderat Neuhausen saß, seine Sommerferien seit 16 Jahren in Ladakh zu verbringen und Zahnkranke zu behandeln?

„Ich mache meine Arbeit einfach gern“, sagt er und lächelt. Auch seine Frau Ulrike, die mit ihm die Praxis in der Gartenstraße führt, stehe voll und ganz hinter dem Projekt: „Ohne ihren Einsatz ginge das nicht.“ Außerdem sei das Arbeiten in Deutschland sehr viel anstrengender, weil die Termine in der Praxis so eng getaktet seien. Da gerate man viel eher in Stress. „In Ladakh lasse ich mich gerne von der Gelassenheit der Menschen anstecken.“ Sie hätten einen anderen Rhythmus, nähmen sich auch im Alltag Zeit. Von dieser entspannten Lebensphilosophie nimmt sich das Ehepaar Roos bei jeder Reise ein Stückchen in den Alltag daheim auf den Fildern mit. Von der Schönheit der Landschaft schwärmt Roos, wenn er von seinen Reisen berichtet. Er und seine Frau seien fasziniert von den Bergen, von der unberührten Natur. „Aber das Gelände ist sehr unwegsam.“ Manche Orte seien mit dem Motorrad nur unter größten Mühen zu erreichen. Im Land der hohen Pässe, wie Ladakh genannt wird, stößt er deshalb auch bei seinem Hilfsprojekt immer wieder an Grenzen, denn die Transportstrecken seien oft mehr als unwegsam. Um den Transport der Baumaterialien für die neue Zahnklinik zu finanzieren, sind Roos und sein Team auf Spenden angewiesen. Einige Sponsoren unterstützen das Projekt bereits, aber die Mittel reichen noch nicht aus. Auch praktische Hilfe für das Projekt, etwa von Logistikunternehmen, ist willkommen. Auf der Homepage seiner Klinik stellt Roos das Projekt und die nächsten Schritte ausführlich vor.

 

Das Spendenkonto für das Projekt Ladakh Medical Aid gGmbH - Iban:   DE44611616960249995000;

BIC:GENODES1NHB

 

http://www.klinik-ladakh.de

 

 

DER DALAI LAMA UND SEIN PALAST IN LADAKH                                                                           

 

Der 14. Dalai Lama: Tenzin Gyatso (in tibetischer Sprache „Verteidiger der Lehre“) lautet der Name des 14. Dalai Lama, der im Jahr 1935 als Tibets geistliches und weltliches Oberhaupt eingesetzt wurde. Der Sohn einfacher Bauern, der früh von buddhistischen Mönchen als die Wiedergeburt des

13. Dalai Lama anerkannt wurde, bestieg bereits mit vier Jahren den Thron. Als die Chinesen 1959 Tibet annektierten, musste der Dalai Lama sein Land Tibet verlassen. Heute verleiht er den Menschen, die aus Tibet vertrieben wurden, eine Stimme. Viele von ihnen leben im nordindischen Ladakh.

 

Das ehemalige Königreich Ladakh in Nordindien: Ladakh war einst ein unabhängiges     buddhistisches Königreich. Heute leben dort in der Region zwischen den Gebirgsketten des  Himalaya 290 000 Menschen. Viele von ihnen sind Flüchtlinge aus Tibet. Dass sie jemals dorthin zurückkehren könnten, ist nicht absehbar. Sie haben die tibetisch-buddhistische Kultur in Ladakh mit ihrer Lebensform aber entscheidend geprägt. Deshalb wird es im Volksmund „Klein-Tibet“ genannt. Eine Haupteinnahmequelle ist heute der Tourismus. In der Hauptstadt Leh gibt es ein SOS- Kinderdorf.

 

Palast des Dalai Lama:Die Somerresidenz des Dalai Lama ist in Ladakh. Choglamsar heißt das ehemals triste Landstück, das die Inder den tibetischen Flüchtlingen zugewiesen haben - heute ist es eine prosperierende Region. Dort hält das Oberhaupt der Tibeter seine Audienzen ab, die eine große Auszeichnung sind. In dem Gebäude, das an ein Kloster erinnert, finden auch die Teachings statt, in

 

denen der charismatische Geistliche seine gewaltfreie Philosophie verkündet. Rainer Roos‘ neue Zahnklinik wird 2017 gegenüber dem Palast des Dalai Lama gebaut.

 

27.09.2016

 

 

Großer Jubel nach getaner Arbeit!

<< Neue

Esslinger Zeitung 02.09.2017

„Hier darf ich einfach Zahnarzt sein“

NEUHAUSEN/LADAKH: Rainer Roos spendet eine Klinik für die indische Himalayaregion - Jetzt wird das Personal geschult

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Von Elisabeth Maier

 

Schlaflose Nächte hat sich der Zahnarzt Rainer Roos aus Neuhausen gemacht, als er im nordindischen Ladakh auf die Freigabe der Baumaterialien für seine Zahnklinik wartete. Der indische Zoll in verlangte dafür einen Steuerbetrag, „den wir nicht aufbringen konnten“, erzählt er. Eigentlich hätte er schon 2016 mit dem Bau beginnen wollen. Mit viel Verhandlungsgeschick gelang es dem gewieften CDU-Kommunalpolitiker dann aber doch, eine Lösung zu finden. Mit einem Team von Handwerkern und Baufachleuten aus der Region Stuttgart hat er die Klinik nun in den Sommerferien aufgebaut. Mit dabei war auch ein Team von der Universität Trier.

Die „Bright Mountain Dental Clinic“ wird künftig sein tibetischer Kollege, der Dentist Kunsang Dechen, leiten. Mit seinem vierköpfigen Team versorgt er die Menschen in Choglamsar, das direkt neben der Residenz des Dalai Lama liegt. Wie viele andere seiner Landleute musste der Geistliche 1959 nach dem Aufstand gegen die chinesische Regierung aus Tibet fliehen. Das Oberhaupt der Tibeter unterstützt das Projekt und wird auch im kommenden Jahr bei der Eröffnung dabei sein. „Sein Beistand gibt uns viel“, findet Rainer Roos, der 2016 zur Audienz bei dem Friedensnobelpreisträger war.

Behandlung in 3500 Metern Höhe

Die Klinik liegt in dem indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir auf 3500 Metern über dem Meeresspiegel im Himalaya. Seit 1999 kommen Roos und seine Frau Ulrike, die zahnmedizinische Fachangestellte ist, an diesen Ort. Früh fing er an, dort Patienten zu behandeln. „Hier darf ich einfach Zahnarzt sein“, schwärmt der Mediziner. Denn zuhause verschlinge die Verwaltungsarbeit einen großen Teil der Zeit.

Augenzwinkernd berichtet er, dass er schon mal etwas länger auf einen Patienten warten müsse, „denn die Inder haben einen anderen Rhythmus“. Davon lassen sich der Zahnmediziner und seine Frau gerne treiben. Es sei anfangs schwer gewesen, Patienten ohne die moderne Instrumente und unter solchen hygienischen Bedingungen zu behandeln. Deshalb reifte in ihm der Wunsch, eine Zahnklinik zu eröffnen. Im Jahr 2000 gelang es ihm, zumindest eine Zahnarzt-Station einzurichten. Er gründete die gemeinnützige Gesellschaft „Ladakh Medical Aid“ und fand in seinem tibetischen Kollegen Kunsang Dechen einen Partner, der die Gegebenheiten vor Ort sehr genau kennt. Inzwischen verbindet die Familien eine enge Freundschaft.

Nun steht die Klinik mit zwei Behandlungsstühlen, einem Labor, einem Röntgengerät und einer Wohnung für den Zahnarzt und seiner Familie. Da es auf dem Gelände weder Strom noch Wasser gab, mussten die Experten da zunächst eine autarke Versorgung aufbauen. „Immerhin tut das Internet jetzt manchmal“, bemerkt Roos mit der ihm eigenen feinen Ironie. Diese technischen Mängel erschweren ihm die Kommunikation mit seinem tibetischen Kollegen, „aber wir finden dann doch immer zusammen“.

Roos ist zuversichtlich, dass er nun vielen Menschen helfen kann. „Leider ist die Zahnpflege in Ladakh mittelalterlich.“ Da müssen er und sein Team aufklären. Wenn er Menschen helfen kann, die nur Zahnstummel im Mund haben, macht das den leidenschaftlichen Arzt froh. Seine Frau Ulrike kümmert sich auf den gemeinsamen Reisen nicht nur um die Patienten. Sie macht das Personal fit für die Betreuung der Patienten.

Obwohl er die Klinik nun an seinen tibetischen Kollegen übergeben hat, plant Roos schon die nächste Reise. „Im November bin ich für ein verlängertes Wochenende dort, um zu schauen, ob alles rund läuft.“ Darauf freut sich der Zahnmediziner schon sehr.

Das Hilfsprojekt für Ladakh

Finanzierung: Aus Spendengeldern und eigenen Mitteln hat der Zahnarzt Rainer Roos die Zahnklinik finanziert. Möglich wurde der Aufbau allerdings nur, weil der bestens vernetzte Mediziner viel Hilfe von Unternehmern aus der Region und von der Universität in Trier bekam. Die Bauleitung in Südindien hat Schreinermeister Achim Wiegmann übernommen.

Suche nach Sponsoren: Um den Betrieb der Klinik zu finanzieren, ist Roos auf der Suche nach weiteren Sponsoren. Nicht nur Firmen, auch viele Privatleute haben das Projekt im Himalaya unterstützt. Anschrift: Ladakh Medical Aid gGmbH; Eichendorffstraße 64; Esslingen - Konto/IBAN: DE44611616960249995000; BIC: GENODES1NHB. Weitere Informationen zu den Spendenmöglichkeiten gibt es auf der Homepage des Projekts: www.klinik-ladakh.de

Die weiteren Pläne: Bereits jetzt hat Rainer Roos neue Ideen, für die er Unterstützer sucht. Da Ladakh eine weit verzweigte und sehr dörflich geprägte Region ist, können viele Patienten nicht in die Klinik kommen, um sich dort behandeln zu lassen. Daher planen Roos und seine Mitarbeiter nun eine mobile Zahnstation, die auch die ländlich geprägten Bereiche erreicht. Außerdem sind für den Betrieb der Klinik gut ausgebildete Zahnärzte notwendig. Die Tochter von Roos‘ Partner Kunsang Dechen will in die Fußstapfen des Vaters treten und selbst Zahnmedizin studieren. Da die Familie das nicht alleine finanzieren kann, werden dringend Unterstützer gesucht.

 

 

Mitteilungsblatt Steißlingen 31.08.2017

 

 

Ehrenamtlicher Hilfseinsatz im Norden Indiens

Steißlinger Simon Maier trifft Dalai Lama

Simon Maier, der in der Lange Straße in Steißlingen wohnt, kann auf ganz besondere Er- lebnisse, während seines Ar- beitsurlaubes in Ladakh, 6500 km von der Heimat entfernt, zurückschauen.

Ladakh (übersetzt: Land der Pässe, hier gibt es die höchsten Passstraßen der Welt) ist eine Hochgebirgsregion, deren Täler auf etwa 3.000 Metern Höhe liegen, die Berge sind bis zu über 7.000 Meter hoch.

 

Herr Maier flog mit einer Gruppe von 16 Freiwilligen Ende Juli 2017 für 3 Wochen über die indische Hauptstadt Delhi weiter nach Ladakh, um dort eine Zahnklinik zu errichten. Dieses Pro- jekt wurde von Dr. Rainer Roos, einem Zahnarzt aus Esslingen/ Neckar ins Leben gerufen.

 

Innerhalb von 3 Wochen haben die jungen Menschen gemeinsam die Klinik unter einer von einer indischen Maurerfirma ge- bauten Betonkonstruktion, die gleichzeitig als Dach fungiert, aufgebaut.

Die Zahnklinik besteht aus Holzwänden mit einer integrierten Wärmedämmung, die im Winter gegen die dort herrschenden maximal – 25 bis -30 ° Celsius schützt. Die Arbeit der jungen Men- schen bestand aus dem eigentlichen Aufbau der Holzkonstruk- tion, dem Legen der Fußböden, Streichen der Wände, dem Aus- rüsten der Klinik mit der erforderlichen elektrischen Ausrüstung sowie Sanitär, Wasser und Heizung. Zudem mussten sie noch die eigentliche zahnärztliche Ausrüstung, die eine Zahnklinik erst ausmacht, aufbauen.

 

 

Um alle diese Aufgaben zu meistern, waren Teilnehmer aus allen erforderlichen Gewerken mit vor Ort. Sämtliche Teilnehmer waren Freiwillige aus ganz Süddeutschland, die unentgeltlich für das Projekt gearbeitet haben.

Schirmherr des Projektes war der Dalai Lama. Dieser hat seinen Sommersitz in Ladakh und gab der Gruppe schon 2016, ein Jahr vor dem Aufbau der Klinik, eine Audienz in seinem Sommerpa- last.

Dieses Treffen war etwas ganz Besonderes für alle Mitwirkenden,

insbesondere auch für den Zahnarzt, der über 16 Jahre auf das Treffen gewartet hat.

 

 links Dr. Rainer Roos, mittig Dalai Lama, unten   rechts  Dr.Kunsang Dechen, indischer Zahnarzt oben

3. von rechts Simon Maier

 

Mitteilungsblatt Steißlingen 

 

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